Pressemitteilung: Die Zweite, 30.12.2017

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Im Nachgang zu unserer Presseerklärung vom 29.12.2017 und zur Erwiderung der Tourismus Service Wenningstedt Braderup GmbH &Co KG (TSWB) möchten wir mit den folgenden Informationen zur Transparenz beitragen und etwas näher erläutern, warum es uns nicht möglich ist, dem bisher nicht verhandelbaren Vertragsangebot der TSWB zuzustimmen.

  1. Wie inzwischen in der Presse in Erinnerung gerufen, hat die Bürgermeisterin der Gemeinde Wenningstedt-Braderup und Aufsichtsratsvorsitzende der TSWB Frau Katrin Fifeik bereits im September 2016 eine Ausschreibung für den Betrieb eines Strandrestaurants an der „Wonnemeyer-Location“ öffentlich angekündigt. Diese Ausschreibung ist in den Jahren 2016 und 2017 nicht erfolgt, obwohl die terminliche Situation bekannt war.
  2. Die TSWB brachte nunmehr die Frage der Statik des südlichen, nach dem letzten großen Sturm noch nicht erneuerten Podests auf und bot uns eine Verlängerung des Pachtvertrags um 4 Jahre an. Eine Auflage für diesen Vertrag ist die Ertüchtigung der Pfahlgründung auf Basis einer Stahlkonstruktion. Die Option einer Ausschreibung war von der TSWB fortan nur noch für den Fall eines Scheiterns der angebotenen Vertragsverlängerung um vier Jahre im Gespräch.
  3. Für die Erneuerung der Pfahlgründung des südlichen Teils unseres Restaurants und weiterer Sicherungsmaßnahmen sind EUR 400.000 veranschlagt.
  4. Die TSWB bestand auf einer aufwändigen Lösung mit Stahlbohrpfählen. Eine einfachere, kostengünstigere Lösung – statisch vollkommen gleichwertig und von uns im September 2017 vorgeschlagen – wurde mit Hinweis auf einen TSWB-Aufsichtsratsbeschluss vom August 2017 abgelehnt. Die von uns vorgeschlagene Lösung wäre für die vorgeschlagene Vertragslaufzeit ausreichend gewesen. Die TSWB bestand auf einer „Jahrhundertlösung“.
  5. Der Beschluss des TSWB-Aufsichtsrates ist uns –trotz mehrfacher Nachfrage- bis -heute nicht vorgelegt worden.
  6. Wir waren bereit, auch die hohen Investitionskosten allein zu tragen, wenn nicht weitere von TSWB geforderte Vertragsklausen einer betriebswirtschaftlichen Tragfähigkeit vollkommen entgegenstünden:Der vom TSWB vorgelegte Vertrag sieht bei einer Verlängerung der Pachtzeit um 4 Jahre weiter vor, daß das neue Bauwerk und alle vorhandenen Aufbauten am Ende der Vertragslaufzeit (4 Jahre) unentgeltlich an die Gemeinde zu übereignen sind. Eine Restwertzahlung durch die Gemeinde ist anteilig nur für die Reparaturmaßnahmen infolge des Sturm Xaver am Nikolaustag 2013 vorgesehen. Diese Reparaturmaßnahmen betrafen im Wesentlichen die WC-Anlage und den nördlichen Bereich des Podestes. Die Reparaturkosten infolge des Sturmes haben wir vollumfänglich allein finanziert.
  7. Es ist sicher nachvollziehbar, dass sich eine Investition von EUR 400.000 innerhalb von vier Jahren nicht amortisieren lässt, insbesondere dann, wenn man nach vier Jahren quasi enteignet wird.
  8. Uns, der Familie Wonneberger/Meyer und der Firma „Wonnemeyer“ fällt es unendlich schwer, das Ende unserer „Strandbude“ zu erleben. Wir haben alles versucht, mit der TSWB zu verhandeln. Der offenbar umfassende Beschluss des Aufsichtsrates der TSWB ließ dem Geschäftsführer Herrn Henning Sieverts nach seiner Auskunft keinenVerhandlungsspielraum.
  9. Wir hoffen noch immer auf eine einvernehmliche Lösung mit der TSWB und mit den Gemeindevertretern. Eine Verlängerung der Pachtzeit oder eine faire Vergütung bei einem späteren Verkauf unseres Restaurants wurde von uns vielfach vorgeschlagen.
  10. Für eine angemessenen Erhöhung der Pachtgebühr für „unser“ Stück Strand und der Lagerflächen in der Strandkorbhalle haben wir Verständnis.
  11. Über die vielen Vertrauens- und Solidaritätsbekundungen aus dem In- und Ausland bedanken wir uns von ganzem Herzen. Wir freuen uns, dass Wonnemeyer bei vielen Gästen ein fester Bestandteil des Urlaubs geworden ist.

Die Wonnemeyers

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  • Menk
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    Wenn es in naher Zukunft nur noch Gosch in Wenningstedt gibt, werden wir dieser Insel auf nimmerwiedersehen sagen. Sollte die Entwicklung in Wenningstedt weiter so gehen, wie in den letzten Jahren, und jeder freie Platz mit Ferienwohnungen zugebaut werden, haben sie bald ein Überangebot, und die Insel wirdnur noch von Selbstversorgern ( ALDI freut sich) besucht.
    Das Verhalten der Bürokraten in Wenningstedt ist für vernunftbegabte Menschen nicht nachvollziehbar.

  • Schortmann Babette
    Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren des TSWB,

    mit großen Bedauern habe ich die beiden Pressemitteilungen des Strandrestaurants Wonnemeyer gelesen und kann Ihr Verhalten nicht nachvollziehen.
    Venedig steht seit Jahrunderten auf Holzpfählen, weshalb eine Stahlkonstruktion?
    Eine Pachtverlängerung um 4 Jahre, ein Unding bei solch einer Investitionssumme.

    Mein Mann und ich kommen seit nunmehr 18 Jahren einmal im Jahr aus Bayern nach Sylt und wohnen in Wenningstedt. Das Strandrestaurant Wonnemeyer zählt dabei zu einem unserer absoluten Lieblingslokale. nicht nur wegen seiner sehr guten Küche, entspannten Atmosphäre, gutem Service, nettem und aufmerksamem Personal und Chefs und seinem Engagement “Feinheimisch”. Mit der Schließung dieses Restaurants verlöre Sylt ua. eine individuelle Lokalität bei dem ganzen “Einheitsbrei”, den es leider mittlerweile auf Sylt gibt.

    Wir hoffen jedenfalls auf Ihr Einlenken, damit wir diese Lokalität noch viele Jahre besuchen und genießen können/dürfen.

    Viele Grüße

    Wir hoffen auf

  • Dr. Daniel Veit
    Antworten

    Sehr geehrte Bürgermeistern,
    sehr geehrte Damen und Herren des TSWB,

    mit Erstaunen und Schrecken habe ich die Entwicklung um das Strandrestaurant ‘Wonnemeyer’ verfolgt. Seit nunmehr über 50 Jahren fährt meine Familie im Sommer nach Sylt und das Strandrestaurant ist seit 1997 inzwischen zu einer festen Adresse für Großeltern, Eltern und Enkelkinder in jedem Sommerurlaub geworden. Dies, wie wir alle meinen, absolut zu Recht. Der Mix aus locker-schicker Strandatmosphäre, persönlichem individuellen Charme von Lage und Mitarbeitern verbunden mit einer tollen Qualität zeichnen das Wonnemeyer aus. Nicht zuletzt trägt das Wonnemeyer direkt zu einer Attraktivitätssteigerung der Gemeinde Wenningstedt bei, wie Sie sicher auch selbst wissen.
    Ich appelliere an Sie, Ihre Verantwortung als Gemeindevertretung und Ihre Weitsicht, diese gewachsene Institution nicht aufgrund vorgeschobener Gründe scheitern zu lassen.
    Wenningstedt hat mehr verdient als eine austauschbare Pommesbude einer gesichtslosen Großkette – das Wonnemeyer ist so individuell wie seine Mitarbeiter und die Gemeinde selbst.
    Der Spielball liegt bei Ihnen, geben Sie sich einen Ruck, der Gemeinde und dem Wonnemeyer eine Chance und erhalten Sie dieses gewachsene Stück Inseltraditon.

    Hochachtungsvoll,

    Dr. Daniel Veit, Gast

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